Samstag, 4. Dezember 2010

Warum eine CO-Giftgasleitung nichts mit einem Bahnhof in Stuttgart zu tun hat

auch nichts mit „verplanten“ Kohlekraftwerken in Krefeld und Datteln, oder fehlenden Stromtrassen von der Nordsee bis in die Alpen. Auch DEN Standortnachteil NRWs mit tagtäglichen Verkehrsstaus von bis zu 300km!!!!! kann diese Leitung weder mindern noch ist sie sonst wie von irgendeinem gesellschaftlich und auch wirtschaftlich positiven Nutzen. Wer doch einen sieht soll aufstehen und ihn mit Fakten belegen und benennen - und auch wie er das Folgende aufwiegt.

Will man tatsächlich die wahre Potenz des Projektes CO-Giftgasleitung des Bayer Konzerns - Kohlenmonoxid über 67km von Dormagen nach Krefeld durch unsere Städte zu führen - "würdigen", sollte man vor drastischen Vergleichen nicht zurückschrecken, soll die Pipeline doch eine Substanz fördern - ein unsichtbares, geruchloses Gas - das einmal eingeatmet, den sicheren Tod bedeutet.

Wie auch immer freigesetzt, ob durch Sabotage, Unfall oder Naturkatastrophe, wird das ausströmende Kohlenmonoxid im Umkreis von mindestens 800m (-> so der leitende Bayer-Ingenieur Werner Breuer) alles Menschleben auslöschen. Schon wegen der unvermeidlichen Reaktionszeiten ist jeder Gedanke an Rettung absolut chancenlos.

Kalkulierte man die möglichen industriepolitischen Folgen für Bayer und den Chemiestandort NRW als Folge eines solchen bewusst in Kauf genommenen "Gemetzels" mit ein, müsste man wohl einen Psychiater bemühen, um zu verstehen, was einen Bayer-Manager Namens Werner Wenning einst veranlasste, diese Leitung in Auftrag zu geben.

Das man bis heute diese CO-Giftgasleitung auch noch als "Bekenntnis zum Standort NRW" hochstilisieren darf, ohne das sich auf Manager- oder Politebene eine Instanz findet, die sich traut hier endlich den Stecker zu ziehen, ist schon ganz großes Kino und so wohl nur im Rheinland möglich.

Spätestens als für wirklich jeden - selbst wenn er es gar nicht wissen wollte - offenkundig wurde, dass Bayer noch nicht einmal in der Lage war sein - in Zusammenarbeit mit der Düsseldorfer Bezirksregierung Jürgen Büssow’s - selbst entwickeltes Leitungskonzept umzusetzen, wäre zumindest die Politik in der Pflicht gewesen. Die vom Konzern stets behauptete einzigartige Expertise auf dem Gebiet des Pipelinebaus jedenfalls entpuppte sich schnell als Popanz, der in Form einer mickrigen Kohlendioxidleitung in den Rheinauen zwischen Leverkusen und Dormagen als Referenz herhalten sollte.

Vor Ort beim Bau der CO-Giftgasleitung sah das dann auch so aus: Rohre mit falschen Rohrwandstärken wurden verbaut, alte Fliegerbomben gar nicht erst gesucht oder gleich liegengelassen, Geogrid-Matten von 80 auf 60cm verkürzt, TÜV-Gutachten geliefert wie bestellt und um Politik und Öffentlichkeit in Schach zu halten, die eigenen Arbeiter mit Arbeitsplatzverlust bedroht (den Part den die IGBCE lustvoll übernahm). Von der abgelieferten "Qualität" der sich jahrelang hinziehenden Bauarbeiten oder der nachgeschobener "Gefahrenabwehrplänen" ganz zu schweigen.

Das vielleicht wirklich Groteskeste: es geschah in aller Öffentlichkeit und alle schauten dabei zu! NRW bekam unfreiwillig vorgeführt, wie unterirdisch der DAX Konzern Bayer sein selbst erklärtes "Bekenntnis zum Standort NRW" ablegte: tagtäglich, Woche für Woche, Monat um Monat, Jahr um Jahr.

Warum das Projekt bis heute noch immer polische gestützt wird ist rational nicht nachvollziehbar. Mit Verantwortung gegenüber dem Industriestandort NRW, wenn schon nicht für die Bürger und Bürgerinnen dieses Landes, hat das jedenfalls nichts zu tun.

Offenbar spielt man auch im neuen Düsseldorfer Landtag bei CDU, FDP und IGBCE immer noch gerne Killerspielchen.

Denn das ist die CO-Giftgasleitung für die betroffene Bevölkerung: Kein Bahnhof und kein Kohlekraftwerk sondern ein Atomkraftwerk das von Wanderarbeitern falsch rum zusammengelötet wurde, mit einer um 25% reduzierten Schutzschicht da gerade kein Taschenrechner zur Hand war und Ingenieuren die kurz noch erklären wie sich die radioaktive Wolke nach der geplanten Kernschmelze ausbreitet, bevor sie sich selbst in Sicherheit bringen. Der Vorstand des Betreibers ist darüber in den Ruhestand getreten und die politisch verantwortliche Regierung hat abgedankt. Das Atomkraftwerk wurde vorher noch schnell an einen ausländischen Investor verkauft.

Damit wenigstens die Schuldfrage schon mal zweifelsfrei geklärt ist. Für den Fall, dass doch noch mal einer nachfragen sollte.

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