Freitag, 23. März 2012

Bayer Chef Dekkers Wahlkampfauftakt in NRW

Marijn Dekkers gab auf einer Veranstaltung der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung Düsseldorf offenbar wieder einmal den „lupenreinen“ Demokraten -> . Was eine lobbygesteuerte Legislative so alles verzapft (die CO-Giftgasleitung wurde im DüsseldorferLandtag ohne jede Diskussion durchgewunken), muss in seiner Welt auch störungsfrei exekutiert werden dürfen.

Rechtsstaatlichkeit dagegen ist nur lästig und steht in der Denke eines Marijn Dekkers für „Standortnachteil“, der Unternehmen wie Bayer nur am „organischen Wachstum“ hindert. Es kommt nicht von ungefähr, dass sich Dekkers eher von der KP in China verstanden fühlt ->.


Vor diesem Hintergrund scheint es eine kleine Sensation, wenn Marijn Dekkers auf der genannten Veranstaltung, quasi wie aus heiterem Himmel, plötzlich öffentlich an der Inbetriebnahme der CO-Leitung zweifelt ->.

Was treibt ihn zu einer solchen Aussage, wo doch die entscheidenden juristischen Auseinandersetzungen mit den Bürgern bereits in Kürze vor dem Oberverwaltungsgericht des Landes NRW anstehen?

Ist es reiner Zweckpessimismus, à la „ich denke das Undenkbare also wird schon nichts passieren“? Der Vorstandsvorsitzende eines DAX-Konzerns in Zwiesprache mit der dunklen Macht?

Bleiben wir lieber auf dem Teppich. Immerhin ist seit einer Woche Wahlkampf in NRW. Und da bekommen die „Zweifel“ des Marijn Dekkers dann doch eine ganz andere Richtung.

Offenbar ist es Bayer nicht unbedingt daran gelegen, dass die CO-Giftgasleitung noch einmal zu Wählerwanderungen, weg von SPD und CDU hin zu den Grünen, führt und damit Bayer’s traditionell starke innerparlamentarische Lobbytruppen (IGBCE und Freunde) sich weiter ausdünnen bzw. leiser treten müssen.

Und wenn dann noch Parteien wie Die Piraten demnächst anstelle der alten FDP-Freunde im Parlament säßen, könnte das für Bayer alles noch „komplizierter“ machen. Dann diskutieren wir in NRW vielleicht unvermutet über die Weitergabepraxis von Bayer-Patenten - wie heute bereits die Inder ->.

Um ein solches Szenario zu verhindern, würde Marijn Dekkers die CO-Giftgasleitung wohl sogar höchst persönlich wieder ausgraben. Kein schlechter Gedanke...

Die Börse heute zeigt sich von Dekkers „schlechter" Nachricht jedenfalls völlig unbeeindruckt. Im Gegenteil, die Bayer Aktie notiert gegen den Trend leicht im Plus.

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