Samstag, 8. November 2008

Planergänzungsbeschluss Teil 5

Doch Bayer geht einen anderen Weg und macht der NRW Politik folgende Rechnung auch:

ohne CO Verbund sollen "in einem ersten Schritt kurzfristig 30% der Polycarbonatproduktion aus Krefeld-Uerdingen" abgezogen "und an andere
(ausländische) Produktionsstandorte" verlagert werden.

Damit zündet die "Abwärtsspirale" von "Gutachten-Prof. Dr. Karl" seines Zeichens offenbar Gutachter für die Bezirksregierung D.-dorf, sonst Professor für Wirtschaftspolitik an der Ruhr-Universität Bochum:

- der "Gutachten-Prof. Dr. Karl" rechnet mit sofort 150 verlorenen Arbeitsplätzen à 47 Tsd. Euro Bruttowertschöpfung (= 7 Mio Euro)
- das hat leider negative Auswirkungen auf die zukünftige Investitionstätigkeit am Standort Uerdingen, klar
- es folgen negative Auswirkungen auf den gesamten Chemiepark Uerdingen, noch einmal 150 Arbeitsplätzen à 47 Tsd. Euro Bruttowertschöpfung (= 7 Mio Euro)
- "Aushöhlung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des gesamten Standortes in Krefeld-Uerdingen"
- die Fixkosten steigen dadurch, die Wertschöpfung sinkt, Produktionsstückkosten steigen, der Chemiepark verliert seine Wettbewerbsfähigkeit und am Ende gibt Bayer den Standort auf.
- 7000 verlorene Arbeitsplätze insgesamt, Bruttowertschöpfungsverluste hier: 4,2 Mrd Euro

"demgegenüber liegt der private Vorteil des Investors lediglich bei 6 Mio EUR/a"

Da muss man ja weich werden, oder?

Aber es wird noch schlimmer:

- Ineos, Praxair und Linde müssten leiden wg. der negativen Auswirkungen auf die Steam-Reformer in Dormagen
- Lanxess, Hell, Vossloh könnten nicht mehr ausreichend mit Polymerprodukten beliefert werden

- dadurch käme es zu kurz- bis mittelfristigen Verwerfungen
- neue Polymer-Lieferanten führen zu steigenden Kosten bei den weiterverarbeitenden Betrieben
- neue Wettbewerbsnachteile sind die Folge
- die NRW Chemie wird geschwächt
- noch einmal 45 Arbeitsplätzen à 47 Tsd. Euro Bruttowertschöpfung (= 2 Mio
Euro) weg
- dann noch einmal 3300, die Bruttowertschöpfungsverluste werden gar nicht mehr ausgerechnet...

Und dann legt Bayer/ die Bezirksregierung final noch einen drauf:

Bayers externe Forschung- und Entwicklung steht zur Disposition! Darunter Forschungskooperationen mit der RWTH-Aachen, der Ruhr-Universität Bochum (daher kommt auch der "Gutachten-Prof. Dr. Karl"), Universität Bielefeld und Münster.

Fassen wir doch einmal zusammen:

Bayer, ein Unternehmen bestens vernetzt am Standort NRW mit Kunden, Forschung, Politik, ein Unternehmen das in NRW seine Firmenzentrale zu stehen hat, ein Unternehmen das hier in NRW Standorte (Dormagen/ Leverkusen, Uerdingen) mit ausreichend Flächen besitzt, um sie an externe Unternehmen zu vermieten, Standorte die keine 50 km auseinander liegen, bestens vernetzt über Wasserstraßen, Autobahn und Bahn... dieses Unternehmen muss angeblich aus Rentabilitäts-, Kostengründen und Wettbewerbsgründen,… die Standorte Dormagen/ Leverkusen mit Uerdingen durch eine CO-Giftgaspipeline verbinden… ansonsten droht ihm der wirtschaftliche Abstieg am Standort NRW… und damit letztlich dem Standort selbst.

Mal eine kleine Zwischenfrage: welcher Standort - weltweit - könnte Bayer eigentlich bessere Rahmenbedingungen bieten?

Fortsetzung folgt...

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