Dienstag, 7. April 2009

Schweine für die Macht

Sie gehen natürlich Sonntag in die Kirche, sie spielen geschickt mit Gut(en) und Böse(n), sie reden gerne lang und elaboriert über Dinge wie soziale Marktwirtschaft und alle müssen sich lieb haben, sie lassen sich herzzerreißend mit kleinen Kindern auf dem Arm und verzweifelten Arbeitern am Werkstor bei Werksschließungen photographieren, sie jetten aufgeregt zum bösen Opel nach Amerika, um dem mal richtig Bescheid zu sagen, sie führen dabei "Tagebuch", um uns dann in BILD authentischer Zeugnis ablegen zu können ob ihrer "erfolgreichen" Gespräche in Detroit, sie versprechen, dass alles noch viel kuscheliger und wärmer wird - wenn wir sie denn immer weiter machen ließen: all die Gutmensch Rüttgers unserer CDU/ FDP Landesregierung in NRW.

Natürlich müssen auch Opfer gebracht werden, NRW ist schließlich ein Industriestandort von einigem Gewicht, da kann man es nicht jedem Recht machen, Sicherheit ist sicher nicht nur schlecht, aber alles hat seine Grenzen. Selbst der Ministerpräsident himself muss neben einer Hochspannungsleitung leben, in Sichtweite des größten Kraftwerks des Landes. Das muss man sich mal vorstellen. Wo gibts das noch, wer macht das schon?

Alles nur für uns, für unser NRW, den Standort Standort: für BenQ, Nokia, Opel, IKB, WestLB, Bayer

Wir dürfen dabei nur noch stolz darauf sein Bürger dieser Kulturnation NRW zu sein. Wir sind nicht Podolski, der mit dem Adler über dem Herzen seinem Kapitän eine scheuert... (OK, schon wg. Peter Hahne).

Vergessen wir nicht: nach nur vier Jahren Regierungsverantwortung hat das einzigartige Kompetenzteam der von Rüttgers geführten CDU/ FDP Regierung das alte Sozi-NRW wirtschaftlich endlich mal richtig gepuscht: erstmalig in der Geschichte bekommt NRW jetzt sogar Geld aus dem Länderfinanzausgleich
(heißt: NRW ist seit 2008 so runtergewirtschaftet, dass Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Hamburg Geld ’rüberschieben müssen). Respekt!

Auch das Rheinland gibt alles und gönnt (mit freundlicher Unterstützung der Landesregierung und seines Parlamentes) dem kreativen Bayer Konzern eine ganz spezielle Pipeline: sie soll tatsächlich Kohlenmonoxid befördern - eine einmalige Geschichte und so nur in NRW zu haben... Wer gerne mal im Wohnzimmer seinen Holzkohlegrill anwirft, weiß was gemeint ist. Oder die Garagenfans, die auch mal bei geschlossenem Tor ein letztes Nickerchen riskieren. Und der Motor läuft. Die Finanzierung der sofortigen Wohlstandsverluste von ca. 1.000.000.000 EUR (sprich: eine Milliarde EURO) wird, für den Landeshaushalt kostenneutral, von der betroffenen Bevölkerung übernommen. Die natürliche systemimmanente Todesgefahr inklusive. Da hat unser Ministerpräsident einfach recht: jedem seine Starkstromleitung. Und wenn es statt Strom dann halt Giftgas sein muss... , mein Gott, scheiß drauf!

Severinstraße ist halt überall - so ist das eben - mitten in NRW, mit einem Kölner als Ministerpräsidenten. Anschließend findet sich immer ein armes Schwein, dafür sei schon gesorgt. Hauptsach!

Keine Kommentare: