Dienstag, 23. März 2010

Statistik-Update

So, die 2009er Daten für den Polycarbonat-Außenhandel sind jetzt auch amtlich verfügbar (Eurostat).

Die Schätzungen beim Export auf der Basis der Januar-September Daten wurden leicht übertroffen:

Deutschland exportierte 2009 Polycarbonate in Primärform wie folgt:

- in den Gemeinsamen EU Markt: 201.864 Tonnen
- in die Märkte außerhalb der EU: 77.352 Tonnen

und importierte im gleichen Zeitraum

- aus dem Gemeinschaftsmarkt: 94.018 Tonnen
- aus den Märkten außerhalb der EU: 11.660 Tonnen

Somit wurde die vorläufige Prognose, dass Deutschland sechsmal mehr Polycarbonate in den Extra-EU Raum exportiert als von dort importiert noch übertroffen: 2009 waren es tatsächlich 6,6 mal mehr Exporte als Importe.

Damit kann eindrucksvoll die Wirksamkeit der EU-Importzölle auf Polycarbonate bestätigt werden.

In diesem Zusammenhang auch sehr interessant, wohin die Exporte außerhalb der EU gingen:

China 3.614 Tonnen
Taiwan 4.030 Tonnen
Türkei 4.053 Tonnen
Iran 6.237 Tonnen
Paraguay 6.877 Tonnen
Russland 7.554 Tonnen
Brasilien 8.506 Tonnen
Hongkong 9.287 Tonnen

Bei einem dt. Marktanteil von über 70% sollte Bayer MaterialScience in mindestens dieser Größenordnung hieran beteiligt sein. Vergleicht man die Zahlen noch einmal mit den 11.600 Tonnen, die Deutschland im gleichen Zeitraum importierte, ist dies ein weiteres sicheres Zeichen für mangelnden Wettbewerb. Ansonsten würden uns die Asiaten mit dem Zeug wohl überschwemmen.

Stattdessen betrachte man aus den hier gelisteten Top 8 nur mal die asiatischen Länder: sie nehmen bereits 22% der dt. Polycarbonat-Exporte ab - und das, obwohl dort angeblich die dt. Wettbewerbsfähigkeit mit Dumpinglöhnen, besseren Standorten und unermesslichen Staatssubventionen systematisch ausgehebelt wird. Lobbying kann offenbar richtig Spaß machen... wenigstens in Düsseldorf.

Bemerkenswert sind auch die 6.237 Tonnen Exporte in den Iran... auch das passt irgendwie ins Bild.

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