Montag, 29. Juli 2013

Bayer verstehen: Warum die CO-Pipeline so super sicher ist


Seit Jahr und Tag bügelt Bayer jeden Einwand gegen die CO(=KohlenMonoxid)-Giftgasleitung*) damit ab, dass die Leitung sicher sei. Nicht einfach nur so sicher, sondern so super sicher, dass man sich über mögliche Risiken gar nicht mehr zu unterhalten braucht. Und zwar die Leitung an sich. Dabei ist es völlig unerheblich wie die Leitung in den Bogen verkorkst wurde, ob man vorher, nachher oder überhaupt nach Bombenblindgängern detektiert oder ob in Köln Pesch ein Bohrtrupp unfreiwillig demonstrierte wie man eine Sauerstoffleitung sogar in fünf Metern Tiefe und ohne Bagger zur Explosion bringen kann. Die CO-Giftgasleitung ist für die Bayer-Manager mit magischen Kräften ausgestattet, die sie "unsterblich" und damit sicher macht. Also: warum sollte dieses Zauberwerk nicht auch durch Wohnsiedlungen verlegt werden?

Die spinnen bei Bayer? Nein, die glauben das wirklich.

Der Philosoph Markus Gabriel beschreibt dieses irre Verhalten, dass jeder Erfahrung diametral entgegensteht, als das was es tatsächlich ist, Fetischismus:

"Unter Fetischismus versteht man die Projektion übernatürlicher Kräfte auf einen Gegenstand, den man selbst gemacht hat. Diese Projektion wird vorgenommen, um die eigene Identität in ein rationales Ganzes zu integrieren. Wenn man sich als Teil eines Ganzen begreift, das man irgendwie verstehen kann, fühlt man sich abgesichert. Man kann leichter mit dem Gedanken leben, dass die Dinge schon geregelt sind, als mit dem Gedanken, dass wir in gesellschaftlicher Kooperation dafür sorgen müssen, dass nicht alles zusammenbricht... Damit wird die individuelle Verantwortung ... auf Distanz gebracht." (aus: Markus Gabriel, Warum es die Welt nicht gibt, 2013)
 
 

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*) es ist tatsächlich CO=Kohlenmonoxid(Stichwort: Rauchgasvergiftung, perfide geruchlos in seiner reinsten Form) nicht das CO2=Kohlendioxid=Klimagas

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